Lexikon

Atlasbindung
Diese dritte Art der Grundbindungen wird auch als Satinbindung bezeichnet. Der Schußfaden führt unter einem Kettfaden hindurch, danach über mindestens zwei Kettfäden hinweg. Durch einen Versatz in der nächsten Reihe entsteht eine sehr glatte, glänzende Oberfläche, auf der die Sichtbarkeit der parallelen Schußfäden dominiert. Die Unterseite hingegen ist eher matt und von den Kettfäden dominiert. Dieses Gewebe ist aufgrund der Bindungsart nicht so stark strapazierfähig wie die Leinwand- oder Körperbindung.

Baumwolle
Die Baumwollpflanze gehört zur Familie der Malvengewächse. Man unterscheidet zwischen 20 bis 51 Arten, wovon jedoch nur 4 Kulturarten für den industriellen Anbau genutzt werden. Aus den Samenhaaren werden die Baumwollfasern gewonnen. Qualitativ unterschieden werden die Fasern nach der Stapellänge (Faserlänge). Je länger die Fasern sind, desto hochwertiger ist die Baumwolle. Die beste Qualität liefert mit einer Stapellänge von über 32 mm Gossypium barbadende - im Handel bekannt unter ägyptischer Mako-Baumwolle, Pima-Baumwolle oder Sea-Island-Baumwolle. Die Baumwollfaser ist ein Naturprodukt und weist auch bei starker Beanspruchung und häufiger Reinigung eine besondere Langlebigkeit auf. Durch verschiedene Veredelungstechniken (z.B. Mercerisation) kann Baumwolle so veredelt werden, dass Sie eine seidengleiche Anmutung erreicht.

Biesen
Biesen sind abgesteppte Falten, welcher zu einer Seite umgebügelt werden. Sie dienen zu Dekorationszwecken oder ermöglichen das Weiten des Kleidungsstückes, indem die Biesen enden und der zusätzliche Stoff freigelegt wird. Biesen treten meist in Gruppen von mehreren umgebügelten Falten auf.

Fischgrat
Es handelt sich um ein Textilmuster, welches beim Weben entsteht und in seiner Struktur an nebeneinander gelegte Fischgräten erinnert. Durch verschiedenfarbige Schuß- und Kettfäden wird das Muster verstärkt. Das Gewebe zeichnet sich durch ein gutes Wärmehaltevermögen aus.

Fil á fil
siehe Popeline

Flanell
Es handelt sich um ein mit einer speziellen Bürstentechnik gerauhtes Gewebe aus Baumwolle (oder auch Wolle) in Körper- oder Leinwandbindung. Das Gewebe ist sehr leicht, dennoch wärmend und saugfähig. Man unterscheidet in innen und außen gerauhten Flanell (nur eine Seite des Stoffes verfügt über die typische gerauhte Oberfläche) oder beidseitig gerauhten Flanell. Feinflanell zeichnet sich durch eine dichtere und feiner gerauhte Oberfläche aus.

Frottee
Ein Textilgewebe mit hoher Saugfähigkeit. Durch die charakteristischen Schlingen entsteht ein hohes Stoffvolumen, welche die hohe Saugfähigkeit des Stoffes erzeugt. Als Feinfrotte bezeichnet man besonders fein gearbeiteten Frottee.

Halbzwirn
Im Unterschied zum Vollzwirn besteht nur der Kettfaden aus zwei miteinander verzwirnten Garnen. Der Schußfaden besteht aus einem einfach gesponnenen Garn.

Interlock
ist eine Unterform des Jerseystoffes. Die Besonderheit besteht hier, dass der Stoff an zwei Nadelreihen gestrickt wird. Es entsteht so eine seitengleicher Stoff, der etwas weniger elastisch, jedoch dehnfähig bleibt und sich für bestimmte Kleidungsstücke so besser eignet als normaler Jersey.

Jersey
Eine Gewebeart mit hoher Elastizität und leichtem Rippenmuster mit einer rechten und einer linken Seite. Diese Art des Stoffes wird vor allem für T-Shirts oder Unterwäsche verwendet, da er leicht, geschmeidig, saugfähig und atmungsaktiv ist.

Körperbindung
Diese Grundbindungsart (auch als Twill bezeichnet) zeichnet sich durch den schräg verlaufenden Grat aus. Das bekannteste Gewebe in dieser Bindungsart ist der Denim. Die Warenseiten unterscheiden sich, je nachdem, auf welcher Seite die Sichtbarkeit der Kett- oder Schußfäden überwiegt. Der Schußfäden führt unter einem Kettfaden hindurch und anschließend über mindestens zwei Kettfäden hinweg. Durch einen Versatz in der nächsten Reihe entsteht so das typische Diagonalmuster.

Krawattendruck
Ein gedrucktes kleinteiliges Muster, welches typischerweise für Krawatten Verwendung findet.

Leinwandbindung
Diese Art der Bindung ist die einfachste der 3 Grundbindungsarten für gewebte Stoffe (weitere sind die Atlasbindung und die Körperbindung) - sie weird auch als Tuchbindung oder Taft bezeichnet. Es handelt sich um ein sehr dichtes Gewebe, bei dem Kett- und Schußfaden abwechselnd unter und übereinander verwoben werden. Die Oberseite und Unterseite erhalten ein gleiches Erscheinungsbild. Die feste und dichte Bindung führt zu einer hohen Scheuerfestigkeit, ist jedoch schlecht drapierbar (schlechter Faltenwurf).

Mercerisieren/Mercerisation
Ein Veredelungsverfahren von Baumwolle, bei dem mithilfe von Natronlauge die Baumwollfasern aufquellen und ihre Form verändern. Dadurch erhält die Baumwolle besondere Eigenschaften, wie einen seidenartigen waschbeständigen Glanz, höhere Festigkeit oder bessere Färbbarkeit. Es handelt sich um ein kostspieliges Verfahren, welches die Qualität entscheidend verbessert.

Novila Softbund
In einem besonders aufwendigen Herstellungsverfahren entsteht der berühmte NOVILA Softbund. Er verfügt über kleine Luftpölsterchen, wodurch der Bund angenehm sitzt, aber nicht drückt.

Paspelierung
Dieser schmale, wulstige Nahtbesatz kommt ursprünglich von der militärischen Kleidung, bei der die Paspel als Verstärkungsstreifen diente. Heutzutage wird die Paspel vorwiegend zu dekorativen Zwecken gearbeitet. Bei der Paspel handelt es sich um einen längs gefalteten Stoffstreifen, welcher zur besonderen Betonung mit einer Schnur gefüllt werden kann. Die meist kontrastfarbige Paspelierung dient als Dekor und betont die Schnittführung eines Kleidungsstückes. Als Taschenpaspel dient sie vor allem der Stabilisierung des Tascheneingriffs.

Paisley Muster
Ein Stoffmuster mit einer abstrakten Darstellung eines gebogenen spitz zulaufenden Blattes, welches ein sich wiederholendes Muster bildet. Seinen Namen verdankt das Muster der englischen Stadt Paisley, welche im 19. Jahrhundert ein bekanntes Zentrum der Textilverarbeitung war.

Popeline
Dieses besonders dichte Gewebe aus Baumwoll- , Woll- oder Kunstfasern zeichnet sich durch eine besonders strapazierfähige und langlebige Oberfläche aus. Das Gewebe in Leinwandbindung mit dichten Kettfäden und lockereren Schußfäden erhält durch diese Art der Bindung eine leichte Querrippung. Sie ist auch als bunt gefärbte Variante (Fil á fil) mit verschiedenfarbigen Kett- und Schußfäden bekannt.

Raglan
Als Raglan bezeichnet man die besondere Schnittform von Ärmeln, bei denen die Schulterpartie eingeschlossen ist und die Naht schräg vom Kragen beginnend zum Ärmelloch führt.

Reverskragen
Diese anzugähnliche Gestaltung des Kragens bezeichnet den schmal oder breit gearbeiteten Aufschlag auf der Vorderseite von Jacken, Mänteln, Jacketts oder klassischen Pyjamas. Das sichtbar gearbeitete Revers bildet mit dem Kragen eine Einheit.

Satin
siehe Atlasbindung. Dieses Gewebe wird in der Atlasbindung hergestellt und erhält in Abhängigkeit von den verwendeten Fasern eine mehr oder weniger stark glänzende glatte Oberfläche und eine matte Unterseite. Satin kann aus verschiedenen Fasern hergestellt werden. Je länger die Fasern (oder auch endlose Fasern - Filmende - wie Seide, Viskose oder Polyester) desto glänzender wir die Oberfläche. Varianten des Satins sind Duchesse, Moleskin oder Crêpe Satin.

Schalkragen
Bei dieser runden Kragenform ist der Kragen mit dem Revers nahtlos verbunden. Zwei mehr oder weniger schmale schalähnliche Streifen verlaufen links und rechts von der hinteren Kragenmitte nach vorn und enden meist etwa in Brusthöhe. Diese Form des Kragens wirkt sehr elegant und dekorativ und wird unter anderem auch für Smokings verwendet.

Schlitzkonfektion
Insbesondere bei Boxershorts oder Nachthemden wird durch den gezielten Einsatz von Seitenschlitzen die Passform und Bewegungsfreiheit perfektioniert.

Schlupfform
Oberteile, insbesondere Nachthemden erhalten durch eine halb lange Knopfleiste eine Schnittform, bei der das Kleidungsstück über den Kopf an und ausgezogen wird.

Schurwolle
Durch Schären gewonnene Wolle. Zur Wollgewinnung dienen u.a. Schafe, Ziegen, Kaninchen, Kamele, Alpakas oder Lamas. Schurwolle ist ein Naturprodukt und darf nur als Schurwolle bezeichnet werden, wenn sie vom lebenden Tier gewonnen wird. Die besonderen thermoregulierenden Eigenschaften werden besonders an Wolle geschätzt.

Schweizer Voilé-Satin
Das Satingewebe wird durch Streifen von feinem Voilé unterbrochen. Voilé ist ein feinfädiges, transparentes Gewebe, welches in Leinwandbindung hergestellt wird.

Serafinokragen
Es handelt sich um einen rund gearbeiteten Kragen mit einer kurzen angesetzten Knopfleiste.

Stehkragen
Eine sehr edle Kragenform, welche in Verbindung mit Smoking, Frack oder Cut immer mit Schleife getragen wird.

Twillseide
In Körperbindung hergestellter Seidenstoff. Die durch diese Grundbindungsart einhergende diagonale Rippung, verleiht der Seide Stärke und Langlebigkeit. Diese doppelt gewebte Seide zeichnet sich durch einen glänzenden und geschmeidigen Fall aus.

Vollzwirn
Ein Stoff mit der Bezeichnung Vollzwirn zeichnet sich durch Kett- und Schußfäden aus Zwirn aus. Zwirne werden aus zwei oder mehrfädigen Garnen hergestellt, welche miteinander verdreht, also verzwirnt werden. Vollzwirngewebe erhalten somit eine längere Haltbarkeit und überstehen häufigere Waschzyklen.